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Ein erfolgreicher Onlineshop braucht eine Nische.

Eigenen Onlineshop eröffnen – 7 Tipps für den Start

11. Februar 2021 | 11:18 Autor: Stefan Müller Startseite

Durch den digitalisierten Markt fallen Unternehmensgründungen einfacher. Kleinunternehmen, die sich auf einzelne Produkte spezialisieren, machen Druck auf die etablierten Unternehmen. Sie ergreifen die Chance innerhalb von Nischen und erschaffen Innovationen, an die die großen Unternehmen nicht gedacht haben. Durch diese Innovationen entstehen in den letzten Jahren vermehrt neuen Onlineshops.

Eine ausgefeilte Shop-Software und die besten mit ihr verknüpften Systeme bringen keinen Mehrwert, sofern dem Onlineshop nicht mindestens eine gute Produktidee zugrunde liegt, die sich einer gewissen Nische bedient. Neben dieser guten Produktidee und der passenden Infrastruktur in Form von Software sowie Systemen müssen die Kosten kalkuliert werden, um die Realisierbarkeit eines Shops sicherzustellen. Wenn bis hierhin die Kalkulationen und Planungen positiv ausfallen, können aktiv Maßnahmen zur Eröffnung eines Onlineshops ergriffen werden.

1) Produktideen bestimmen den Erfolg
Es herrscht ein enormer Innovationsdruck. Dementsprechend sollten die Produkte innerhalb eines Onlineshops den Anforderungen des Marktes gerecht werden und etwas Neuartiges schaffen oder vorhandene Marktlücken versorgen. Es reicht dabei aus, sich auf eine kleine Nische zu konzentrieren, aus der heraus man wächst.

Ein geeignetes Beispiel hierfür ist das Tiroler Startup Coraldo, das sich auf die Produktion nachhaltiger Hotel-Accessoires spezialisiert hat. Das Startup griff den Trend auf, dass Hotelgäste bei ihrer Entscheidung für ein Hotel zunehmend auf Nachhaltigkeit achten. Dabei schuf es ein kleines Produkt – nämlich zunächst nachhaltige Slipper –, das sich ohne Komplikationen versenden und zu verhältnismäßig geringen Kosten herstellen ließ.

Welche Nischen noch unbesetzt sind, doch für die eine hohe Nachfrage besteht, ist also eine zielführende Fragestellung auf der Suche nach einer Produktidee.

2) Eine solide Infrastruktur schaffen
Die Infrastruktur ist im Online-Business das Netz, mithilfe dessen Prozesse umgesetzt werden. Bei einem Onlineshop setzt sich die Infrastruktur im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten zusammen:

•    Shop-Software
•    ggfs. verknüpfte Systeme
•    Mail-Account
•    Werbeplattformen
•    ggfs. Logistik

An erster Stelle steht die Shop-Software, die dazu dient, einen Shop unter einer URL-Adresse / Domain zu erstellen und zu pflegen. Bekannte Shop-Softwares sind u. a. WooCommerce, Magento, Shopware und Shopify. Die Systeme unterscheiden sich anhand ihrer Eigenschaften teilweise deutlich, sind im Großen und Ganzen jedoch für Betreiber von Onlineshops einfach zu pflegen.

Es ergibt Sinn, den Shop zumindest zu Beginn von einem IT-Experten technisch hochwertig aufsetzen zu lassen. Denn eine solide Technik ist für die steigende Bekanntheit und einwandfreie Funktionalität des Shops von Vorteil. Außerdem kann ein IT-Experte den Onlineshop mit dem Mail-Account und / oder weiteren Systemen (z. B. Warenwirtschaftssysteme, Kundenmanagementsysteme) verknüpfen, was die Bedienung erleichtert und die Prozesse innerhalb des Unternehmens vereinfacht.

Werbeplattformen wie die Sozialen Medien und das Google-Werbenetzwerk gehören ebenfalls der Infrastruktur an. Außerdem ist die Logistik beim Verkauf physischer Waren ein wichtiger Punkt: Wie und wo lagert man die Waren und wie versendet man diese? Bei der Umsetzung von Geschäftsmodellen wie Amazon FBA und Dropshipping ist die Logistik komplett ausgelagert, was die Abläufe vereinfacht. Betreiber von Shops, die die Logistik selbst managen, können durch Einfallsreichtum aber ebenfalls an Kosten sparen. So könnte ein Shop-Betreiber beispielsweise beim Versand kleiner, einzelner Waren einen Maxibrief nutzen, um gegenüber dem Versand in einem Paket deutlich zu sparen.

3) Businessplan zur Kostenkalkulation durchführen
Der Businessplan dient in erster Linie der Prüfung dessen, ob sich eine Geschäftsidee realisieren lässt. Diese Prüfung erfolgt, indem der Businessplan aufführt, was genau die Geschäftsidee ist und wie sie Schritt für Schritt umgesetzt wird. Hierbei gilt es, insbesondere die Kosten zu kalkulieren. Das Schaffen und Aufrechterhalten einer Infrastruktur verursacht Kosten. Ebenso sind Versicherungen, die auf Erträge aus gewerblicher Tätigkeit anfallenden Steuern sowie weitere individuelle Posten als Kostenfaktoren zu berücksichtigen. Im Businessplan sind außerdem Antworten auf die Frage zu geben, wie ein langfristig zur Existenz notwendiger Überschuss erwirtschaftet werden soll.

4) Rechtliche Aspekte berücksichtigen
Beim Einhalten der rechtlichen Aspekte im Betrieb eines Onlineshops hilft das Österreichische E-Commerce Gütezeichen. Zu den Kriterien, die abgedeckt sein müssen, um das Gütezeichen ausgestellt zu bekommen, gehören u. a. folgende rechtliche Aspekte:

•    Zurverfügungstellung klarer, leicht zugänglicher und ständig abrufbarer Vertragsbedingungen
•    Gewährleistung des Datenschutzes
•    Bereitschaftserklärung zur Streitschlichtung

Diese und weitere berücksichtigte Kriterien führen auch dazu, dass das Vertrauen seitens der Kunden in den betriebenen Shop steigt. So erhöht sich mutmaßlich die Wahrscheinlichkeit, dass aufgrund der Sicherheit des Shops Käufe getätigt werden.

5) Den Kunden einen flexiblen Service bieten
Vor dem Verkauf, währenddessen und nach dem Verkauf ist der Service omnipräsent. Ehe Kunden kaufen, möchten sie eventuell Fragen zum Produkt beantwortet bekommen und verschiedene Bezahlwege nutzen. Neben PayPal und der Girokarte auch Zahlungen über die Kreditkarte, Paysafecard, Nachnahme und weitere Methoden zu ermöglichen, gleicht heutzutage einer Selbstverständlichkeit. Während des Kaufs möchten Kunden ihre Lieferung vielleicht nachverfolgen. Nach dem Kauf ist auf eventuelle Reklamationen einzugehen.
Je schneller der Shop-Betreiber auf verschiedenste Anliegen reagiert und je konstruktiver er bei der Klärung von Problemen ist, umso positiver fallen die Bewertungen in der Regel aus. Die Bewertungen sind elementar, weil sich statistisch gesehen größtenteils bestätigt, dass Kunden in die Entscheidung für oder gegen einen Shop auch dessen Bewertungen einbeziehen.

6) Marketingkonzept und -budget festlegen
Um mit dem Aspekt der Bewertungen fortzufahren: Es kann Sinn ergeben, Bewertungen bei spezialisierten Unternehmen zu kaufen. Ein optimaler Bewertungsschnitt liegt bei 4 bis 4,5 von 5 möglichen Sternen. Bei diesem Schnitt werden die Kunden nicht aufgrund von makellosen Bewertungen skeptisch, sind zugleich jedoch ob der Qualität des Angebots positiv gestimmt.

Abgesehen vom Bewertungsmarketing sind über Suchmaschinen – insbesondere Google – sowie die Sozialen Medien geschaltete Werbungen zur Förderung der Sichtbarkeit eines Unternehmens wichtig. Allem voran in der Anfangsphase führt an Werbungen kaum ein Weg vorbei. Das Entwickeln eines Marketingkonzepts und die Berücksichtigung des dafür notwendigen Budgets sind Grundpfeiler der Erfolgswahrscheinlichkeit beim Aufsetzen, Führen und Erweitern eines Onlineshops.

7) Permanente Suchmaschinenoptimierung
Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) setzt voraus, dass eine solide technische Basis besteht. So sollte der Shop beispielsweise für alle Endgeräte optimiert sein, damit er einwandfrei nutzbar ist. Außerdem fließen in die SEO die Analyse sowie Nutzung von Keywords in URLs, Überschriften und Produktbeschreibungen ein. Auf Basis der Analysen im Rahmen der SEO werden Werbeanzeigen geschaltet.

  • Der Datenschutz der Kunden steht an oberster Stelle.
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