< Zurück zur Übersicht

(Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

Energie-Datenmanagement: Schlüssel für mehr Effizienz

28. August 2014 | 15:11 Vorarlberg, Startseite

Mit einem effektiven Energie-Datenmanagement lassen sich Einsparpotenziale von Anlagen erfassen, die sich direkt und unmittelbar auf den Unternehmenserfolg auswirken. In einem weiteren Schritt können die gesammelten Daten via Smart Data genutzt werden, um neue Herausforderungen zu meistern.



Relevant wurde dieses Thema im Zuge der Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes in Europa. Um eine gerechte brancheninterne Abrechnung zu ermöglichen, musste erfasst werden, welcher Kunde von welchem Lieferanten wie viel Strom oder Gas bezogen hatte. Eine genaue Abrechnung durch die Konzerne erfolgt allerdings nur bei Großkunden, die eine entsprechende Energiemenge beziehen. Für den Großteil der Unternehmen und privaten Abnehmer, bei denen lediglich der Jahresverbrauch ermittelt wird, werden sogenannte Lastprofile, die auf statistischen Werten beruhen, zu Grunde gelegt.

Bedeutung von Energiedatenmanagement steigt
Dass Energiedatenmanagement für Unternehmen an Bedeutung gewinnt, zeigen auch Studien. Der Einsatz von sogenannter Machine-to-Machine-Kommunikation in der Industrie nimmt rasant zu. Das geht aus der aktuellen Vodafone-Studie “M2M Adoption Barometer 2014″ hervor. Gegenwärtig nutzen bereits 22 Prozent der befragten Unternehmen M2M-Kommunikation, bei der Geräte, Fahrzeuge und Maschinen automatisch Daten über das Internet austauschen. Im Bereich der Energie stieg der Anteil der Unternehmen von 13 Prozent auf 28 Prozent.
 
Doch was in großem Maßstab funktioniert, lässt sich auch bei einzelnen Unternehmen erfolgreich umsetzen. Denn mit einem effektiven Energie- und Datenmanagement können sowohl Stromerzeuger als auch Verbraucher durch eine bessere Auslastung ihrer Anlagen profitieren. Sobald die eigenen Energie- und Produktionsdaten erfasst wurden, lassen sich hier ungenutzte Einsparpotenziale ausmachen, die bisher ungenutzt blieben.



Kein eigener Aufwand erforderlich



Die Kosten für das Energie-Datenmanagement halten sich dank moderner Lösungen in einem überschaubaren Rahmen. Denn diesen Service bieten mittlerweile zahlreiche externe Dienstleister wie der Elektronik-Konzern Siemens an. Kunden, welche die versteckten Potenziale finden möchten, brauchen dafür lediglich ein Mess- und Erfassungssystem in ihre EDV zu integrieren. Dieses sammelt automatisch alle relevanten Daten und übermittelt sie an den Dienstleister. Die Daten werden im nächsten Arbeitsschritt von Experten ausgewertet und der Kunde erhält anschließend fundierte Berichte und Analysen.

Die Auswertungen können dem Kunden schließlich als fundierte Grundlage für die Entscheidung dienen, welche Maßnahmen zur Energieeinsparung er in seinem Betrieb am sinnvollsten umsetzen sollte. Im Idealfall amortisieren sich die Kosten für das intelligente Energiemanagement innerhalb kürzester Zeit, sodass die Einsparungen beim Energieverbrauch für weitere Investitionen genutzt werden können.



Daten verwandeln sich in künstliche Intelligenz



Experten gehen sogar einen Schritt weiter. Für sie sind die Daten, die etwa beim Energie-Datenmanagement gesammelt werden, ein wertvoller Rohstoff, um komplexe Probleme lösen zu können. Schließlich hängt der Energieverbrauch von zahlreichen internen und externen Faktoren ab, etwa der Jahreszeit, der aktuellen Temperatur und sogar der politischen Lage in wichtigen Förderländern. Diese Unmengen an Daten richtig zu analysieren ist aktuell die große Herausforderung von Mathematikern und der Software-Entwicklung, die an Lösungen für das sogenannte Smart-Data arbeiten. Erst jüngst gelang es den Forschern, aus den Daten, die in einem großen dänischen Offshore-Windpark gesammelt worden waren, ein Modell zu entwickeln, mit dem sich die voraussichtliche Stromproduktion des Parks in den kommenden drei Tagen voraussagen lässt: Das Ergebnis wich nur um sieben Prozent von der tatsächlichen Produktionsleistung ab.


    < Zurück zur Übersicht